DGNB – Thermische Qualität

Nachweis der Behaglichkeit in Gebäuden durch thermische Gebäudesimulation

Nachhaltig gestaltete Bauwerke, stehen heute im Fokus der Gebäudeplanung. Um Nachhaltigkeit messbar zu machen wurde 2008 in Deutschland das Deutsche Gütesiegel nachhaltiges Bauen geschaffen. Dieses Bewertungssystem definiert einzuhaltende Standards für Büro- und Verwaltungsneubauten in den Themenfeldern ökologische Qualität, ökonomische Qualität, soziokulturelle und funktionale Qualität, technische Qualität, Prozessqualität und Standortqualität.

Die Nachhaltigkeit des Projekts wird durch eine Zertifizierung dokumentiert. Hierbei wird die gemessene Qualität der Nachhaltigkeit je nach erreichter Punktezahl in drei Qualitätsstufen (Bronze, Silber, Gold) unterschieden.

Folgende Bewertungen sind in der aktuellen Version 2009 erreichbar:

  • Bronze: mindestens 50% der maximalen Punktzahl
  • Silber: mindestens 65% der maximalen Punktzahl
  • Gold: mindestens 80% der maximalen Punktzahl

Einen Überblick zur DGNB-Bewertung bietet folgende Zusammenfassung:
Deutsche Gütesiegel Nachhaltiges Bauen.pdf

Die Bewertung der soziokulturellen und funktionalen Qualität geht zu 22.5% in die Bewertung der Nachhaltigkeit ein. Sie beschreibt im wesentlichen die bauphysikalische Qualität (thermische-, visuelle-, akustische Behaglichkeit, Raumluftqualität) und die funktionale Qualität (Barrierefreiheit, Zugänglichkeit, Umnutzbarkeit) des Gebäudes.

Bei der Prüfung der soziokulturellen und funktionalen Qualität ist ganzjährig ein thermischer Komfort nachzuweisen. Hierbei sind 80% der Nutzfläche nach DIN 277 repräsentativ zu beschreiben. Die Akzeptanz des Raumklimas ist wesentlich durch die Lufttemperatur, die Luftgeschwindigkeit, die Luftfeuchtigkeit und die Temperatur der den Menschen umgebenden Raumflächen gegeben. Diese können im einfachsten Fall durch die Angabe der Auslegungsbedingungen beschrieben werden.

Zur Maximierung der Bewertung von thermischem Komfort sind für die Kriterien Temperaturkomfort und Strahlungsasymmetrie thermische Gebäudesimulationen einzusetzen. Über eine thermische Gebäudesimulation können diese Kriterien im Jahresverlauf beurteilt werden. So werden als Bewertungskriterium für den sommerlichen Temperaturkomfort die Häufigkeit der Temperaturüberschreitungen und für die Bewertung des winterlichen Temperaturkomforts die Häufigkeit der Temperaturunterschreitungen ermittelt. Für die Bewertung der auftretenden Strahlungstemperaturasymmetrie sind die im Jahresverlauf auftretenden, maximalen und minimalen Oberflächentemperaturen von großflächigen, beheizten und gekühlten Bauteilen sowie von innen liegenden Verschattungseinrichtungen zu ermitteln.

Das Ingenieurbüro b+e bietet die Beratung zur Durchführung der thermischen Komfortprüfung nach Kriterium 18 und 19 an. Wir verwenden je nach Aufgabenstellung die geeigneten thermischen Simulationsprogramme (IES, TRNSYS, ECOTECT) zur Prüfung und Optimierung des thermischen Komforts.