Thermische Gebäudesimulation in der DGNB Zertifzierung

Nachweis des thermischen Komforts durch thermische Gebäudesimulation

Im DGNB Zertifizierungssystem Neubau werden thermische Gebäudesimulationen in erster Linie zur Bewertung des thermischen Komforts (Kriterium SOC1.1) erbracht, wenn komplexe Planungsvorgaben durch Standardauslegungsprogramme (z.B. Heizlast- und Kühllastberechnung) nicht mehr erfasst werden können. Dies trifft im allgemeinen auf großflächig verglaste Gebäude zu, aber auch für Gebäude die nicht mit konventionellen Methoden konditioniert werden ist die thermische Gebäudesimulation einzusetzen.

Thermisch komfortabel ist ein Raum, wenn es dort weder zu kalt noch zu warm ist, die Luft nicht zu trocken oder zu feucht ist und keine Zugluft herrscht. Hierbei wird für kritische Räume (Räume mit großen Glasflächen, Eckräume) die operative Raumtemperatur, die Strahlungstemperaturasymmetrie und die Raumluftfeuchte mittels thermischer Gebäudesimulation ermittelt.

Die Bewertung der operativen Temperaturen in der DGNB Zertifizierung erfolgt anhand der in der DIN EN 15251 definierten Behaglichkeitsbereiche, deren Obergrenze in der Kühlperiode nicht öfter als 5% überschritten und deren Untergrenze in der Heizperiode nicht öfter als 3% unterschritten werden darf.

Zur Bewertung der Strahlungstemperaturasymmetrie, muss die thermische Gebäudesimulation mit einem 3D-Raummodell durchgeführt werden. Die Bewertung der Strahlungstemperaturasymmetrie erfolgt anhand der VDI 3804. Zur Einhaltung des thermischen Komforts ist die Einhaltung minimaler und maximaler Grenzwerte für die Oberflächentemperaturen der Raumumschließungsflächen nachzuweisen.

Zur Bewertung der Raumluftfeuchte in der DGNB Zertifizierung, muss die thermische Gebäudesimulation um die Feuchtebilanzierung erweitert werden. Zur Einhaltung des thermischen Komforts darf die relative Raumluftfeuchte von 25% in der Heizperiode (auch bei tiefen Temperaturen) nicht öfter als 5% der Betriebszeit unterschritten werden. Ebenso ist nachzuweisen, dass die absolute Raumluftfeuchte von 12g/kg in der Kühlperiode nicht überschritten wird.

In der thermischen Gebäudesimulation sind die aktuellen Wetterdaten des Deutschen Wetterdienstes DWD für den Standort zu berücksichtigen. Die Wetterdaten müssen extreme Winter- und Sommerperioden, den Stadteffekt (urbane Wärmeinsel) und die Höhenlage des Bauvorhabens berücksichtigen.

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