Energieausweis für Gebäude

Energieausweis Bilanzierung Primärenergiebedarf

Energieausweis Bilanzierung Primärenergiebedarf
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Nachweis des Primärenergiebedarfs von Gebäuden nach DIN V 18599

Seit Juli 2009 müssen alle Gebäude bei Verkauf oder Neuvermietung/ -verpachtung einen Energieausweis vorweisen. Ob Einfamilienhaus, Mehrfamilienhaus, Schwesternwohnheim, Bürogebäude, Supermarkt, Fertigungshalle oder Fitnessclub, der/die Gebäudeeigentümer/in muss dem potenziellen Interessenten spätestens auf Nachfrage ein solches Dokument vorlegen.

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) aus dem Jahr 2007 legte fest, dass bei Neubauten im Bereich der Nichtwohngebäude für die Erstellung des Energieausweises die Normenreihe DIN V 18599 anzuwenden ist. Mit dem Inkrafttreten der EnEV 2009 (gültig ab 1. Oktober) kann die DIN V 18599 nun auch auf Wohngebäude angewendet werden.
Die Norm DIN V 18599 „Energetische Bewertung von Gebäuden“ ermöglicht die Gesamtbetrachtung der Energieströme in Gebäuden.

Die DIN V 18599 enthält in 10 Teilen den gesamten Berechnungsgang für die Energiebilanz eines Gebäudes. Berechnet werden der Bedarf an Nutzenergie für Raumwärme, Raumkälte und Luftaufbereitung, sowie der Bedarf an Endenergie für Heizung, Kühlung, RLT, Wohnungslüftung und Trinkwassererwärmung. Die neue Norm enthält einen wesentlich stärkeren, integrativen Ansatz als die bisherigen Normen.

Die Anlagentechnik berücksichtigt wie bisher die monatlichen, internen und solaren Gewinne. Die Wärmegewinne aus der Anlagentechnik werden aber vom Heizenergiebedarf abgezogen. Durch Einbeziehung der Raumkühlung in die Bilanz entfallen die Bezeichnungen Gewinne und Verluste. Diese werden durch die Begriffe Wärmequellen und Wärmesenken ersetzt. Ein weitere Änderung ist die Einbeziehung der Beleuchtung in die Energiebilanz. Hier ist der Kunstlichtbedarf, abhängig von den Arbeitsplatzanforderungen und der Tageslichtnutzung zu ermitteln.

Die komplexen Zusammenhänge der DIN V 18599 führen dazu, dass eine simple Abhängigkeit zwischen Primärenergiebedarf und A/V-Verhältnis nicht mehr gegeben ist. Im Rahmen des Verfahrens wird deshalb zunächst eine Referenz-Bauausführung und eine Referenz-Anlagentechnik definiert. Diese Referenzen dienen der Berechnung des zulässigen Primärenergiebedarfs, nachdem anschließend das Gebäude zu beurteilen ist (Benchmark).

Wenn die Nutzungsbedingungen im Gebäude stark differieren, wie z.B. in großen Gewerbegebäuden, ist das Gebäude in Zonen gleicher Nutzung aufzuteilen und zu bewerten.